Page 52 - LogReal.Direkt Ausgabe 1.2017
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: : Intralogistik
Das Intralogistik-Konzept
macht den Unterschied
Von Christoph Kuntz
Die gegenwärtige Dynamik der Märkte und Kanäle resul-
tiert in kurzen Veränderungszyklen und stellt Logistiker
vor die Herausforderung permanent modifizierter Pro-
zesse, schwankenden Durchsatzes und volatiler Service-
anforderungen bzw. Servicelevel. Um schnelle Verände-
rungen zu ermöglichen, spiegelt die Erwartungshaltung
vieler Logistik-Entscheider hohe Wandelbarkeit des Ma-
terialflusses sowie Modularität der Systeme und der lo-
gistischen Abwicklung wider.
In vielen Fällen wäre auch einst schon eine höhere Fle-
xibilität mit allen angenehmen Begleiteffekten wün-
schenswert gewesen; in manchen Bereichen gab es sie
schon, allerdings scheiterten Ideen oft an technischen
Möglichkeiten oder waren nur wegen spezieller Anforde-
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rungen in einem sehr engen Korridor wirtschaftlich.
Nichts ist so konstant wie die Veränderung – eCom, Re- In der Produktionslogistik zeigt sich, auch durch The-
touren, Multi-/Omnichannel, Same-Day-Delivery, Digita- men wie Industrie 4.0, ein Wandel hin zu flexibleren
lisierung, Flexibilisierung, Industrie 4.0, Efficient Custo- und kleinteiligeren, individuelleren Abläufen. Flexible
mer Response sind nur einige Haupt-Schlagworte einer Materialströme rund um kapitalintensive Maschinen
tiefgreifenden Veränderungskultur. Teilweise konkret sind häufig ein Weg, deren Effizienz zu steigern. Digitale
logistische Themen, teilweise Megatrends mit weitrei- Prozessmodellierung und Mensch-Roboter-Kollaboration
chenden Konsequenzen. Bahnbrechender gemeinsamer sind längst präsent. Lager- und Puffersysteme werden in
Nenner hierbei: Planbarkeit nimmt ab. Teilweise sind anderer Form und an anderer Stelle benötigt, die Funktio-
Veränderungen in der (Intra-)Logistik getrieben von der nen Puffer, Konsolidierung von Teillieferungen und inner-
(R)Evolution obiger Anforderungen und des Wettbe- betrieblicher Transport verschmelzen zunehmend. Auch
werbsdrucks, teilweise auch nur von Möglichkeiten neu- hier sind die Treiber Notwendigkeit und Möglichkeit.
er Technologien – im besten Fall von der sinnvollen Kom-
bination. Als momentan zukunftsweisendste Trends in der Techno-
logie der Intralogistik sind neue Entwicklungen bei fahr-
Supply Chain-Entscheider sind gefordert: Schnelligkeit erlosen Transportsystemen, Robotik sowie Kompaktlage-
und Flexibilität sind Trumpf! In der Distribution sind bei- rung zu nennen.
spielsweise die Intralogistik in Kommissionierung und
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Retourenabwicklung idealerweise verkettet. Alle Anforde-
rungen sollten aber auch im Kontext der externen Supply
Chain betrachtet werden, um interne und externe Syner-
gien realisierbar zu machen.
Früher wurden Prozesse und Materialströme in einer Pla-
nungsphase festgelegt. Diese Abläufe blieben über Jah-
re (teilweise Jahrzehnte) fast unverändert. Gut geplante
und realisierte interne Logistiklösungen wurden nach
Inbetriebnahme aus technischen und wirtschaftlichen
Gründen nur noch gering modifiziert.
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