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: : Intralogistik
                    Das Intralogistik-Konzept




                           macht den Unterschied







                                                                                               Von Christoph Kuntz
                                                                   Die gegenwärtige Dynamik der Märkte und Kanäle resul-
                                                                   tiert in kurzen Veränderungszyklen und stellt Logistiker
                                                                   vor die Herausforderung permanent modifizierter Pro-
                                                                   zesse, schwankenden Durchsatzes und volatiler Service-
                                                                   anforderungen bzw. Servicelevel. Um schnelle Verände-
                                                                   rungen zu ermöglichen, spiegelt die Erwartungshaltung
                                                                   vieler Logistik-Entscheider hohe Wandelbarkeit des Ma-
                                                                   terialflusses sowie Modularität der Systeme und der lo-
                                                                   gistischen Abwicklung wider.


                                                                   In vielen Fällen wäre auch einst schon eine höhere Fle-
                                                                   xibilität mit allen angenehmen Begleiteffekten wün-
                                                                   schenswert gewesen; in manchen Bereichen gab es sie
                                                                   schon, allerdings scheiterten Ideen oft an technischen
                                                                   Möglichkeiten oder waren nur wegen spezieller Anforde-
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                                                                   rungen in einem sehr engen Korridor wirtschaftlich.

                     Nichts ist so konstant wie die Veränderung – eCom, Re- In der Produktionslogistik zeigt sich, auch durch  The-
                     touren, Multi-/Omnichannel, Same-Day-Delivery, Digita- men wie Industrie 4.0, ein  Wandel hin zu flexibleren
                     lisierung, Flexibilisierung, Industrie 4.0, Efficient Custo- und kleinteiligeren,  individuelleren Abläufen. Flexible
                     mer Response sind nur einige Haupt-Schlagworte einer  Materialströme rund  um  kapitalintensive  Maschinen
                     tiefgreifenden Veränderungskultur.  Teilweise  konkret  sind häufig ein Weg, deren Effizienz zu steigern. Digitale
                     logistische  Themen, teilweise Megatrends mit weitrei- Prozessmodellierung und Mensch-Roboter-Kollaboration
                     chenden Konsequenzen. Bahnbrechender gemeinsamer  sind längst präsent. Lager- und Puffersysteme werden in
                     Nenner hierbei: Planbarkeit nimmt ab.  Teilweise sind  anderer Form und an anderer Stelle benötigt, die Funktio-
                     Veränderungen in der (Intra-)Logistik getrieben von der    nen Puffer, Konsolidierung von Teillieferungen und inner-
                     (R)Evolution obiger Anforderungen und des  Wettbe- betrieblicher Transport verschmelzen zunehmend. Auch
                     werbsdrucks, teilweise auch nur von Möglichkeiten neu- hier sind die Treiber Notwendigkeit und Möglichkeit.
                     er Technologien – im besten Fall von der sinnvollen Kom-
                     bination.                                     Als momentan zukunftsweisendste Trends in der Techno-
                                                                   logie der Intralogistik sind neue Entwicklungen bei fahr-
                     Supply Chain-Entscheider sind gefordert:  Schnelligkeit  erlosen Transportsystemen, Robotik sowie Kompaktlage-
                     und Flexibilität sind Trumpf! In der Distribution sind bei- rung zu nennen.
                     spielsweise die Intralogistik in Kommissionierung und
                                                                                                                 © macrovector - Fotolia.com
                     Retourenabwicklung idealerweise verkettet. Alle Anforde-
                     rungen sollten aber auch im Kontext der externen Supply
                     Chain betrachtet werden, um interne und externe Syner-
                     gien realisierbar zu machen.


                     Früher wurden Prozesse und Materialströme in einer Pla-
                     nungsphase festgelegt. Diese Abläufe blieben über Jah-
                     re (teilweise Jahrzehnte) fast unverändert. Gut geplante
                     und  realisierte  interne  Logistiklösungen  wurden  nach
                     Inbetriebnahme aus technischen und wirtschaftlichen
                     Gründen nur noch gering modifiziert.


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