Page 44 - LogReal.Direkt_Ausgabe-2.2023
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// Kritik an Erhöhung der Lkw-Maut tionsgeschäft sind allerdings zu klein, um dies ohne Preis-
erhöhungen abfedern zu können.
Die Ampel-Koalition hat beschlossen, die Lkw-Maut Kleine und mittelständische Unternehmen dürfte es
drastisch zu erhöhen. Ab dem 1. Januar 2024 wird dann noch härter treffen, hier könnte die drastische Mauterhö-
ein CO₂-Aufschlag von 200 Euro für jede ausgestoßene hung zahlreiche Insolvenzen zur Folge haben. Auch aus
Tonne CO₂ erhoben. Experten rechnen mit zusätzlichen diesem Grund zeigten sich die Spediteure des Verbands
Einnahmen von 20 Milliarden Euro für die nächsten sehr unglücklich und verärgert über die Entscheidung des
fünf Jahre. Diese sollen zum großen Teil dafür verwendet Koalitionsausschusses.
werden, um das Schienennetz weiter auszubauen. In den Auch sieht der Vorstandssprecher des BGL im Be-
kommenden Jahren soll der Schienengüterverkehr einen schluss der Koalition kaum positive Auswirkungen auf die
Marktanteil von 25 Prozent erreichen. Umwelt. „Ohne am Markt verfügbare Alternativen zum
Das Speditionsgewerbe hat mit heftiger Kritik auf Diesel-Lkw und ohne Ladeinfrastruktur fehlt jedwede
diesen Beschluss reagiert. „Habeck und Co. sollten sich Lenkungswirkung zugunsten des Klimaschutzes“, so sei-
überlegen, ob sie sich ihre Rhabarberschorle künftig nicht ne Einschätzung. Elektrolastwagen sind immer noch eine
besser mit der Bahn vor die Haustür liefern lassen! Denn große Seltenheit auf den deutschen Straßen. Zwar arbei-
die beschlossene Verdoppelung der Lkw-Maut ab 2024 ten Firmen wie MAN stetig daran, die eigene Flotte an
ist politisches Harakiri“, heißt es von Dirk Engelhardt, elektrischen Transportern auszubauen, größtes Hindernis
Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftver- ist aber immer noch die kaum existente spezielle Ladein-
kehr, Logistik und Entsorgung (BGL). „Wenn diese Mil- frastruktur hierzulande, um den Fernverkehr mit E-Lkw
liarden Mehreinnahmen dann auch noch hauptsächlich möglich zu machen.
in die Schiene fließen sollen, obwohl Lkw-Fahrerinnen
und Lkw-Fahrer jeden Abend verzweifelt freie Stellplätze
suchen, fragt man sich, ob Teile der Koalition überhaupt
verstanden haben, wer Deutschland bewegt“, so Engel-
hardt weiter.
Die „gigantische Kostenerhöhung über Nacht“ kann
nach Einschätzung des BGL kaum ein Transportunter-
nehmen nebenbei stemmen, die doppelten Mautkosten
müssen auf die Frachtpreise umgelegt werden, was letzt-
endlich die Verbraucher trifft. Jährlich werden laut BGL
Zusatzkosten von rund fünf bis sechs Milliarden Euro auf
die Branche zukommen, die Gewinnmargen im Spedi-
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an der Technischen Universität Dortmund. Nach seinem
Studium der Elektrotechnik mit der Fachrichtung Tech-
nische Informatik an der RWTH Aachen gründete ten
Hompel unter anderem 1988 die GamBit GmbH (heu-
te Teil von Vanderlande Industries in Dortmund), deren
geschäftsführender Gesellschafter er bis zum Jahr 2000
blieb. 1991 wurde er an der Universität Witten/Herdecke
promoviert. Seit 2000 ist er Ordinarius des Lehrstuhls für
Förder- und Lagerwesen an der TU Dortmund und Insti-
tutsleiter des Fraunhofer IML, dessen Geschäftsführung
er 2004 übernahm. Zudem ist ten Hompel seit 2022 Di-
// Bundesverdienstkreuz rektor des Lamarr-Instituts für Maschinelles Lernen und
für Michael ten Hompel Künstliche Intelligenz.
„Die Entwicklung Dortmunds als Wissenschafts-
Der Bundespräsident hat Professor Michael ten Hompel und Technologiestandort hat Professor ten Hompel in
mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeich- besonderem Maße und weit über sein berufliches Wirken
net. ten Hompel ist geschäftsführender Institutsleiter des hinaus mitgestaltet und mit großem persönlichen Einsatz
Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) nachhaltig geprägt“ , erklärte Thomas Westphal, Oberbür-
und Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen germeister der Stadt Dortmund, anlässlich der Übergabe.
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