Page 48 - LogReal.direkt_Ausgabe_1_2019
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: : Logistik
„Employer Blabla”
Arbeitgeber
in Deutschland
weitgehend ohne
eigenständiges
Profil
Foto: © spacejunkie / photocase.de
Wer Mitarbeiter in Zeiten des Fachkräftemangels gewin- Point, mit einem weiteren Missverständnis auf. Im Fokus
nen will, braucht vor allem eins: eine profilierte Arbeit- von Employer Branding stehe vielmehr ein sorgfältiges
gebermarke. Doch daran hapert es bei vielen Unterneh- Orchestrieren von Marke, Werten, HR-Strategie und Kom-
men in Deutschland, hat die Kölner Agentur Get the Point munikation über Abteilungsgrenzen hinweg.
herausgefunden. In einem Expertenpapier („Blackpaper“)
haben die Markenspezialisten die größten Versäumnis- Die Zeit, Employer Branding zur Chefsache zu machen,
se im Arbeitgebermarketing unter die Lupe genommen. ist mehr als reif. Waren es 2010 nach aktuellen Studien
Und sind dabei auf drei große Missverständnisse ge- 16 Prozent der Unternehmen, die Fachkräftemangel be-
stoßen. klagten, stuften 2018 bereits 61 Prozent das Thema als
Risiko ein. Derzeit fehlen der deutschen Wirtschaft etwa
Kann Employer Branding, also der Aufbau einer attrak- 440.000 Fachkräfte, schätzt das Institut der deutschen
tiven Arbeitgebermarke, das dringende Fachkräftepro- Wirtschaft.
blem von Unternehmen in Deutschland lösen? „Wer
meint, eine Arbeitgebermarke ließe sich auf Knopfdruck Ein weiteres Missverständnis liege darin, alles in die Kom-
aufpolieren, ist auf dem Holzweg“, sagt Clemens Meiß, munikation zu werfen, was in der Zielgruppe vermeintlich
Geschäftsführer von Get the Point aus Köln. Doch genau gewünscht werde. Wenn sich konservative Großkonzerne
dieses Missverständnis sei bei Unternehmen verbreitet mit einem fröhlichen „Du“ und lustigen Happenings bei
anzutreffen: „In vielen Fällen beobachten wir blinden Ak- der Zielgruppe beliebt machen wollen, erzeuge dies eher
tionismus. Unternehmen versprechen sich mit der Zau- Verwirrung als Zuspruch, warnen die Kölner Kommunika-
berformel Employer Branding vergeblich eine schnelle tionsexperten.
Rettung aus dem Talente-Dilemma.“ Logistik braucht Profis
Auch ein Wertekanon, der sich an Allgemeinplätzen wie
Woran das liegt und welche Voraussetzungen für ein er- Nachhaltigkeit oder Diversity orientiere, sei heute wenig Lehde baut die Produktions- und Abfertigungshalle für Kuchenmeister,
folgreiches Arbeitgebermarketing gegeben sein müssen, hilfreich, sich im War for Talents von anderen Arbeitge- Europas führender Produzent von Feingebäck
beschreiben die Markenprofis in dem Expertenpapier bern abzugrenzen. Leider gibt es im Employer Branding
„Employer Branding. Dass Missverständnis Arbeitgeber- immer noch „zu viel Blabla“ statt Ehrlichkeit und Authen-
marke.“ „Employer Branding muss Chefsache werden“, tizität, konstatiert Schmoll. „Was fehlt, ist ein eigenstän-
resümieren die Kölner nach einem „von Ungeduld und diges Profil.“
Verzweiflung getriebenen Handlungsnotstand“, der sich
in vielen Unternehmen mittlerweile bei der Suche nach Das „Blackpaper“ von Get the Point hilft, aus Missver-
Fachkräften eingestellt habe. ständnis Verständnis zu kreieren. Es liefert Unterstüt-
zung für Unternehmen, die ihren Weg gehen möchten,
„Eine Arbeitgebermarke lässt sich nicht losgelöst von der um sich erfolgreich als Arbeitgebermarke am Markt zu
Markenpersönlichkeit des Unternehmens entwickeln“, etablieren. Es kann kostenlos heruntergeladen werden
räumt Wieland Schmoll, Mitgeschäftsführer von Get the unter https://www.getthepoint.de/download/.
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