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: : Logistik




                                 „Employer Blabla”


                      Arbeitgeber



              in Deutschland


       weitgehend ohne



             eigenständiges


                                        Profil





                                                                                                 Foto: © spacejunkie / photocase.de
          Wer Mitarbeiter in Zeiten des Fachkräftemangels gewin- Point, mit einem weiteren Missverständnis auf. Im Fokus
          nen will, braucht vor allem eins: eine profilierte Arbeit- von Employer Branding stehe vielmehr ein sorgfältiges
          gebermarke. Doch daran hapert es bei vielen Unterneh- Orchestrieren von Marke, Werten, HR-Strategie und Kom-
          men in Deutschland, hat die Kölner Agentur Get the Point  munikation über Abteilungsgrenzen hinweg.
          herausgefunden. In einem Expertenpapier („Blackpaper“)
          haben die Markenspezialisten  die größten Versäumnis- Die Zeit, Employer Branding zur Chefsache zu machen,
          se im Arbeitgebermarketing unter die Lupe genommen.  ist mehr als reif. Waren es 2010 nach aktuellen Studien
          Und  sind dabei auf  drei  große  Missverständnisse  ge-  16 Prozent der Unternehmen, die Fachkräftemangel be-
          stoßen.                                       klagten, stuften 2018 bereits 61 Prozent das Thema als
                                                        Risiko ein. Derzeit fehlen der deutschen Wirtschaft etwa
          Kann Employer Branding, also der Aufbau einer attrak- 440.000  Fachkräfte,  schätzt  das Institut  der  deutschen
          tiven Arbeitgebermarke, das dringende Fachkräftepro- Wirtschaft.
          blem von Unternehmen in Deutschland lösen? „Wer
          meint, eine Arbeitgebermarke ließe sich auf Knopfdruck  Ein weiteres Missverständnis liege darin, alles in die Kom-
          aufpolieren, ist auf dem Holzweg“, sagt Clemens Meiß,  munikation zu werfen, was in der Zielgruppe vermeintlich
          Geschäftsführer von Get the Point aus Köln. Doch genau  gewünscht werde. Wenn sich konservative Großkonzerne
          dieses Missverständnis sei bei Unternehmen verbreitet  mit einem fröhlichen „Du“ und lustigen Happenings bei
          anzutreffen: „In vielen Fällen beobachten wir blinden Ak- der Zielgruppe beliebt machen wollen, erzeuge dies eher
          tionismus. Unternehmen versprechen sich mit der Zau- Verwirrung als Zuspruch, warnen die Kölner Kommunika-
          berformel Employer Branding vergeblich eine schnelle  tionsexperten.
          Rettung aus dem Talente-Dilemma.“                                                                                                                                                     Logistik braucht Profis
                                                        Auch ein Wertekanon, der sich an Allgemeinplätzen wie
          Woran das liegt und welche Voraussetzungen für ein er- Nachhaltigkeit oder Diversity orientiere, sei heute wenig                                                      Lehde baut die Produktions- und Abfertigungshalle für Kuchenmeister,
          folgreiches Arbeitgebermarketing gegeben sein müssen,  hilfreich, sich im War for Talents von anderen Arbeitge-                                                                           Europas führender Produzent von Feingebäck
          beschreiben  die Markenprofis in dem  Expertenpapier  bern abzugrenzen. Leider gibt es im Employer Branding
          „Employer Branding. Dass Missverständnis Arbeitgeber- immer noch „zu viel Blabla“ statt Ehrlichkeit und Authen-
          marke.“ „Employer Branding muss Chefsache werden“,  tizität, konstatiert Schmoll. „Was fehlt, ist ein eigenstän-
          resümieren die Kölner nach einem „von Ungeduld und  diges Profil.“
          Verzweiflung getriebenen Handlungsnotstand“, der sich
          in vielen Unternehmen mittlerweile bei der Suche nach  Das „Blackpaper“ von Get the Point hilft, aus Missver-
          Fachkräften eingestellt habe.                 ständnis  Verständnis zu kreieren. Es liefert Unterstüt-
                                                        zung für Unternehmen, die ihren Weg gehen möchten,
          „Eine Arbeitgebermarke lässt sich nicht losgelöst von der  um sich erfolgreich als Arbeitgebermarke am Markt zu
          Markenpersönlichkeit des Unternehmens entwickeln“,  etablieren. Es kann kostenlos heruntergeladen werden
          räumt Wieland Schmoll, Mitgeschäftsführer von Get the  unter https://www.getthepoint.de/download/.
                                                                                                                                                                                 Industrie- und Gewerbebau  ·  www.lehde.de
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